Oldtimer statt Aktien: fünf bis zehn Prozent Rendite - auch bei Mopeds?

Hier ein Auszug aus einem Interview eines Oldtimer-Experten, der mit seinem Hobby gutes Geld verdient:

"Sind Oldtimer in der Finanzkrise das richtige Investment? Sie waren es eigentlich immer. Wer sein Geld nach der Krise am Neuen Markt in Oldtimer gesteckt hat, hat nichts falsch gemacht. Vor allem breit gefragte Modelle versprechen gute Renditen, Exoten sind riskanter."
"Welche Renditen sind denn zu erwarten? Fünf bis zehn Prozent pro Jahr, je nach Modell. Manchmal aber ist mehr drin: Ein mindestens 35 Jahre alter Porsche 911S ist in den vergangenen fünf Jahren im Wert von weniger als 50 000 auf bis zu 90 000 Euro gestiegen."


Diese Auszüge sind immer wieder in diversen Oldtimer-/Fachzeitschriften zu lesen. Aufgrund der hier häufig gestellte Anfragen von Interessierten ob es sich lohnt ein Moped aufwendig zu restaurieren habe ich diese Thematik aufgegriffen und gebe dazu meine Meinung ab.

Innerhalb der letzten 5-10 Jahre kann man auch auf dem Moped-/Kleinkraftradmarkt eine deutliche Preissteigerung betrachten. Die extreme Kurve nach oben kam aber meines Erachtens erst innerhalb der letzten 3-4 Jahre. Zu diesem Zeitpunkt wurde für Anbieter und Sammler "Ebay" als Handelsplattform immer interessanter. Vor allem ausländische Sammler deutscher Marken scheuten kein Geld um an die Teile oder auch kompletten Fahrzeuge zu kommen. In Ebay kann man explizit nach Teilen bestimmter Marken suchen - einfach und schnell. Oldtimermärkte verlieren daher immer mehr an Bedeutung und bestehen nur noch durch Generationen, die das Internet als "neues" Medium nicht mehr erlernen möchten - egal ob Händler oder Sammler!
Unabhängig von Ebay hat auch die Euro-Umstellung die Preisgestaltung kaputt gemacht - natürlich darf man nicht außer acht lassen, dass das Teileangebot (vor allem Neuteile) immer geringer wird. Für seltene Teile werden Preise bezahlt, die niemals auf einem Oldtimermarkt erzielt oder verlangt worden wäre! Dies ist auch der mit der Hauptgrund, der verdeutlicht, dass es wohl doch lohnenswert ist, ein Moped oder Kleinkraftrad aufwendig zu restaurieren.
Ob eine Rendite von 5 bis 10% pro Jahr pauschal zu erzielen ist, mag ich zu bezweifeln. Für ausgefallen und seltene Fahrzeuge, (explizit Zweirad-Union - z.B. Victoria Avanti oder DKW Hummel "Blechbanane") kann ich aber sagen, dass hier ein wahrer Ersatzteilmangel herrscht, der die Fahrzeugpreis jährlich nach "oben" befördert!
Als Vergleich wurde eine "DKW Hummel Blechbanane" vor 3-4 Jahre im restauriertem Zustand für ca. 2000-3000€ gehandelt, heute werden teilweise schon Preise von bis zu 5000€ verlangt und erzielt!
Dies setzt aber zwingend voraus, dass das Fahrzeug im ORIGINAL Zustand restauriert worden ist. Ein "no-go" (explizit das Modell "Blechbanane" betreffend) ist es diese Fahrzeuge mit falschen Rücklichtern, anderen Rad-Reifen-Größen, falschen Stoßdämpfern, falschen Auspuffanlagen oder niemals existieren Farben zu restaurieren. Sicherlich ist es mittlerweile schwer geworden, die fehlende oder defekten Ersatzteile zu bekommen, geschweige den sie bezahlen zu können, aber genau das ist der springende Punkt, der sowohl auf Oldtimerausstellungen oder bei Verkauf die Mühen und Kosten belohnt.
Als Fazit kann man nur sagen: "Auch Moped/Kleinkrafträder-Sammler werden über kurz oder lang durch Ihre Investitionen in Restaurationen belohnt - vorausgesetzt sie sind Sach- und Fachgerecht und entsprechen dem Originalzustand".

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